Torben Lenhart

Experteninterview mit COO Torben Lenhart

Jeder der drei Gründer hat für einen Bereich den Hut auf, welchen verantwortest Du?
Ich verantworte als Chief Operating Officer (COO) den Bereich „Operations und Account Management“ bei odc. Mein Team und ich sichern das operative Tagesgeschäft und betreuen die operative Kommunikation. Wir kümmern uns um die Einlagerung der Ware, den rechtzeitigen Versand der Pakete und stehen unseren Kunden bei Fragen zur Verfügung. Die strategische Erweiterung der Kapazitäten für das odc Wachstum fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich eines COO. Da wir unseren Kunden Logistik-Kapazitäten individuell nach ihrem Bedarf anbieten, liegt es in unserer Verantwortung, das Standortnetzwerk kontinuierlich auszubauen, nach neuen Dienstleistern für unser schnell wachsendes Unternehmen zu suchen und unsere Services wie Versand- und Speditionslösungen zu optimieren.

Was hast Du vor der Gründung gemacht, wie bist Du zu odc gekommen?
Nach meinem BWL-Studium fokussierte ich mich auf den Bereich Business Development und arbeitete unter anderem als Senior Business Developer bei Hermes Fulfilment, bevor es mich als Interims-Manager und Berater in die Selbstständigkeit zog. Bereits während meiner Zeit bei verschiedenen Logistikdienstleistern habe ich festgestellt, dass keine angemessene Fulfillment-Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) gibt. Wie es der Zufall will, hat der Company Builder der Otto Group, die Otto Group Digital Solutions, damals ebenfalls an einer Lösung gearbeitet und war auf der Suche nach einem Gründerteam. Wir haben uns ausgetauscht und festgestellt, dass unsere Vorstellungen von einem leistungsfähigen Produkt für den Markt übereinstimmten – damit war die Idee für odc geboren.

Was sind die großen Herausforderungen im Bereich Operations?
Zu den großen Herausforderungen zählt unter anderem, den unterschiedlichen Kundenanforderungen gerecht zu werden. Je nach Branche können diese Bedürfnisse höchst unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Diese Unterschiede manifestieren sich beispielsweise in der Fashion- und Food-Branche. In der Fashionbranche geht es oftmals um eine gute Retourenlösung und die Aufbereitung der Ware. Für Kunden aus der Food-Branche spielt hingegen die Speditionslieferung eine wichtige Rolle. Ein weiteres zentrales Thema in unserem Bereich ist die Prozessoptimierung. Wir arbeiten weiterhin mit Nachdruck daran, Prozesse weitestgehend zu digitalisieren und zu automatisieren. Dadurch gewährleisten wir nicht nur effiziente Arbeitsbedingungen für unser Team, sondern können zudem unseren Kunden ressourcenschonende Leistungen offerieren.

Wie geht ihr mit diesen Herausforderungen um?
Um unseren knapp 100 verschiedenen Kunden einen optimalen Service zu bieten, setzen wir auf Automatisierungslösungen im Service-Bereich und beantworten Kundenanfragen zunehmend auf Basis von technologischer Unterstützung. Zurzeit können unsere Kunden über das odc-Portal alle relevanten Informationen für ihr Tagesgeschäft einsehen. Diese reichen vom Bestell- und Versandstatus bis zu Trackinginformationen. Ebenfalls können Lieferungen avisiert werden. Aktuell haben wir zudem einen Service Desk eingerichtet. Die dort aufgezeigten FAQs enthalten detaillierte Beschreibungen, beispielsweise zur Anmeldung von Lieferungen. Darüber hinaus haben wir eine Suchfunktion integriert, die wie ein Chat-Bot arbeitet. Unseren Kunden geben einen Suchbegriff ein und erhalten die passende Antwort.

Was ist der Vorteil daran ein Standortnetzwerk und keine eigenen Standorte zu betreiben?
Durch die Nutzung externer Standorte können wir schneller und flexibler auf verschiedene Kundenanforderungen reagieren, als es mit dem Bau eigener Lagerhallen möglich wäre. Wir setzen diesbezüglich auf drei Perspektiven, nach deren Prämisse wir unser Netzwerk stetig erweitern werden. Zunächst können wir im Sinne der Regionalität eine hohe nationale Flächenabdeckung erreichen und zukünftig auch international mit Lagerstandorten vertreten sein. Zudem können wir unseren Kunden diversifizierte Fähigkeiten anbieten, indem wir durch verschiedene Lagerstandorte ein breites Produktsortiment abdecken – von Food über Elektronik bis hin zu Fashion. Darüber hinaus ermöglicht der Betrieb eines Standortnetzwerks die Kostenminimierung für Leerstände und Freikapazitäten wie auch eine flexible Skalierbarkeit für uns und unsere Kunden. Wir haben uns als Ziel gesetzt, in jeder Region für jedes Sortiment mit ausreichenden Kapazitäten vertreten zu sein, damit wir jedem Kunden die für ihn optimale Lösung sowie exklusive Lieferoptionen wie Same-Day-Delivery anbieten können.

An wie viele Standorte ist odc angebunden und wie viele sollen kurz- und mittelfristig hinzukommen?
Aktuell haben wir mit Winsen, Dietzenbach, Nettetal und Bielefeld vier Standorte angebunden. Für 2019 planen wir weitere sechs Standorte in unser Netzwerk aufzunehmen. Das Wachstum soll sich in den kommenden Jahren fortsetzen, sodass wir für alle Bedürfnisse den passenden Standort anbieten können – egal ob national oder international. Die Qualität der Drittanbieter steht dabei immer im Vordergrund.

Wie stellt odc sicher, dass die hohen Qualitätsansprüche an seine Warehouse-Dienstleister eingehalten werden?
Wir achten bereits bei der Auswahl externer Dienstleister darauf, dass unsere Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Die Versandzeiten, die Einlagerung der Ware und die Fehlerquote bei der Zusammenstellung und dem Versand der Pakete sind für uns sehr wichtig. Wir garantieren unseren Kunden schließlich, dass bei Eingang ihrer Bestellung bis 16:00 Uhr diese noch am selben Tag dem Paketdienstleister übergeben werden. Die Einhaltung bestimmter Zertifizierungen wird ebenfalls im Vorfeld geprüft, sowie während der Zusammenarbeit durch einen regelmäßigen Austausch gesichert.

Welchen Mehrwert bietet odc seinen Kunden?
Durch odc können sich Händler auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Wir übernehmen den gesamten Versand und bieten ihnen aus operativer Sicht andere Skalierungsmöglichkeiten, als ihnen die eigene Abwicklung ermöglicht. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden zusätzliche Services wie Versand mit einem späten Cut-off am Nachmittag, die Teilnahme am Amazon Prime by Merchant (Prime durch Verkäufer) Programm, internationalen Versand, Retourenaufbereitung sowie bio-zertifizierte Standorte.

Ist eine Standortexpansion ins Ausland geplant?
Die Expansion unseres Warehouse-Netzwerkes ins Ausland ist für die nächsten 12 bis 18 Monate geplant. Das Vereinigte Königreich als größter europäischer E-Commerce Markt und die Schweiz aufgrund von Zollabwicklungen sind dabei besonders attraktiv.

Was für ein Profil haben Deine Mitarbeiter bei Dir im Team?
In unserem Team kommen alle Mitarbeiter aus dem E-Commerce- und Logistik-Bereich. Jeder einzelne kennt die Prozesse und Abläufe in der Logistik und weiß um die Herausforderungen auf Seiten der Händler. Als Teil unseres Teams übernimmt man schnell Verantwortung und arbeitet eigenverantwortlich.

Du möchtest das Team von odc unterstützen – dann schau auf unserer Karriereseite vorbei!

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